Erfolgreiche Steuerberatung für Influencer & Creator

Shownotes

Incluencer als Mandantinnen und Mandanten stellen Kanzleien vor besondere Herausforderungen, weiß Steuerberater und Kanzlei-Coach Marcus Dein. In dieser Folge von lex'talk about tax, dem Kanzlei-Podcast von Lexware Office spricht der Experte für steuerliche Influencerthemen mit dem Kanzleibetreuer Olaf Clüver und Carola Heine über die Besonderheiten der digitalen Kreativwirtschaft, wenn Influencer beauftragt werden und gibt uns wertvolle Tipps.

Marcus Dein
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Olaf Clüver: Ja, Moin und herzlich willkommen. Ich freue mich, dass wir heute einen ganz alten Bekannten aus der Community wieder begrüßen dürfen. Markus Dein ist hier bei uns im Studio und ich freue mich, dass du da bist. Weißt du eigentlich, wie lange wir uns schon kennen, Markus?

Marcus Dein: Olaf, ich glaube auf jeden Fall mindestens jetzt seit vier, fünf Jahren, seit ich meine Kanzlei gegründet habe.

Olaf Clüver: Ja, denke ich auch. Hallo, herzlich willkommen.

Carola Heine: Hallo Markus, ich wollte mich bei dir noch mal bedanken. Du hast mir super wertvollen Input gegeben über das Lexwear Geschäftskonto und wir haben dazu einen Blogbeitrag geschrieben. Das werde ich auch noch in die Shownotes stellen. Da fand ich nämlich so spannend. Du hast immer wieder begeistert von dem Thema gesprochen und ich dachte immer, was will der Mensch, das ist doch nur ein Geschäftskonto. Bis du es mir erklärt hast und dann habe ich es begriffen, es ist wirklich ein spannendes Ding.

Marcus Dein: Danke Olaf, hallo Carola!

Carola Heine: Und wegen dieser Art und Weise, sich in ein Thema so zu verbeißen, so leidenschaftlich tief reinzugehen und die nützlichen Sachen rauszuholen, unter anderem deshalb haben wir dich heute eingeladen. Aber bevor wir in unser Kernthema einsteigen, möchte ich dich bitten, bei unserem Fußnotenspiel mitzumachen.

Marcus Dein: Sehr gerne. Ja, drei Fußnoten zu mir. Ich würde sagen, was sehr gut zutrifft ist, dass ich ein digital Übersetzer bin. Also ich versuche die digitalen Komponenten mit den steuerlichen Themen in Einklang zu bringen. Dann natürlich die Prozessdenke. übergeschwappt natürlich nicht nur zwischen Kanzlei und Mandant, vor allem auch innerhalb der Kanzlei dort Prozesse zu optimieren und das Ganze natürlich dann auch einfach nach außen zu tragen in Form von Reels oder was auch immer. das auch sozusagen dieser Social Media Aspekt. Das würde ich sagen passt sehr gut zu mir.

Carola Heine: Das waren zwei, oder?

Marcus Dein: Dann würde ich sagen Kanzlei-Zukunftsbauer vielleicht noch. Ich schaue immer sehr gerne weit nach vorne. versuche immer einen Step vor allen anderen zu sein, nachzudenken, macht das Sinn, macht das Modell Sinn. Gerade in Zeiten von KI, da geht das alles so schnell, teilweise im Wochen-Tagestakt und das ist denke ich auch noch was, was mich sehr begeistert und ausmacht.

Olaf Clüver: Das kann ich nur unterstreichen, aber eingeladen haben wir dich heute, weil wir mit dir über den sehr spannenden und immer noch etwas diffusen Mandantenkreis der Influencerinnen und Influencer sprechen wollen. Da gab es ja im Herbst mal ein großes Thema Steuerhinterziehung. Und wenn du jetzt auf diesen Mandantenkreis der Influencer, ich mache das jetzt mal genderneutral, sonst wird es einfach zu lang, wie unterscheiden sich diese Mandate in der Zusammenarbeit mit Steuerkanzleien verglichen mit Herkunft? Mandaten.

Marcus Dein: Also bei den Influencern ist es ja das große Thema immer, in welchen Bereichen die tätig sind. Also einerseits hat man oft das Thema zu Beginn, die fangen halt mal an, irgendwo eine soziale Präsenz, Social Media Präsenz zu zeigen, es in Instagram, sei es auf TikTok oder was man ja auch immer ganz oft hört jetzt auf OnlyFans, ja. Und da ist ja so ein bisschen das Thema, wann... Hat man hier überhaupt eine Einkunftserzielungsabsicht? Also wann bin ich überhaupt interessant oder wann muss ich mich das Thema Steuern kümmern? Und das ist immer so ein bisschen dieser Knackpunkt, der bei gerade Influencern natürlich relativ einfach eigentlich zu bewerten ist, aber viele es oft nicht sehen und viel zu spät dann auf einen Steuerberater zugehen. Und das ist so bisschen der Unterschied. zu klassischen Mandanten, die sich Gewerbeamt anmelden, sich eine Steuernummer holen und dann ihre Dienstleistung anbieten im B2C- oder B2B-Bereich. Das ist so bisschen das Thema dabei.

Olaf Clüver: Wenn wir den Influencer jetzt mal steuerlich einordnen, ab wann handelt es sich aus deiner Sicht eine unternehmerische Tätigkeit? Also ist das schon so, wenn jemand irgendwie mal ein Probenpäckchen testet und darüber ein Video dreht und sieben Klicks kriegt? Oder ab wann würdest du sagen, sind wir hier wirklich im unternehmerischen Bereich, also auch eine gewisse Nachhaltigkeit und Gewinnerzielungsabsicht?

Marcus Dein: Also was ich da mal ganz gerne anschaue ist, ob es eher mehr Hobby, also Liebhaberei ist oder ob da wirklich auch eine Einkunftserzielungsabsicht, wie du sagst, eine Nachhaltigkeit dahinter steckt. Wenn ich mal klein anfange und mal teste und hier mit Probierpackung, da sehe ich das jetzt noch eher nicht, weil das sind meistens Produkte, dann sozusagen danach auch wieder, ja. durch das Verwenden nicht mehr existieren oder kaputt sind. Und da muss man auch immer bisschen unterscheiden in dem Bereich. Ich sehe das eher so, wenn dann die ersten Kooperationen und Werbepartnerschaften eingegangen werden, wo dann wirklich auch Geld verdient wird oder Coachings oder solche Themen angeboten werden in der weiterführenden Perspektive. Da sehe ich dann zu diesem Wendepunkt Jetzt muss ich ein Unternehmen, besser gesagt ein Gewerbe anmelden. Das ist vielleicht auch noch ganz interessant. Die meisten Influencer sind gewerblich geprägte Einkünfte. Das sind in der Regel keine selbstständige, also freiberufliche Einkünfte. Da muss man schon eher schauen, ob man dann vielleicht in der künstlerischen, schaffenden Ebene irgendwo unterwegs ist und das in irgendeiner Weise damit vergleichbar wird, ist aber in der Regel schwer zu begründen in der Praxis.

Olaf Clüver: Siehst du da vielleicht auch dieses Risiko, wenn jetzt, nehmen wir mal ein konkretes Beispiel, ein Influencer eine neue, was weiß ich, was hochwertige Actioncam zur Verfügung gestellt bekommt und die dann testet, die auseinandernimmt und die dann behalten darf, dann sind das ja im Rahmen seiner Unternehmerschaft, sind das dann ja wahrscheinlich schon Einkünfte, die zu deklarieren sind. Und das wird häufig vergessen. Besteht darin das Risiko?

Marcus Dein: Ja, da ist ganz oft das Risiko, also man hat oft solche, sag's mal, Werbungschenke zum Testen, zum Probieren, zum Behalten, aber nicht nur in Form von Produkten, sondern oft auch in Form von, also nicht nur in Form von Sachzuwendungen, auch teilweise in Form von Dienstleistungszuwendungen, also zum Beispiel die kostenlose Übernachtung in einem Hotel, dort dann die neuen Vlogs oder irgendwas zu drehen. Und da liegt tatsächlich das ganze im Detail des Problems, sage ich mal, in der Bewertung und in der Erklärung, Deklaration dieser Sachzuwendungen, dieser Dienstleistungspakete. Das ist tatsächlich das Thema, worum es sich eigentlich sehr oft handelt im Bereich des unternehmerischen Daseins eines Influencers.

Carola Heine: Ja, Sachzuwendung und auch diese ganzen Leute, die irgendwelche zugeschickten Produkte testen, das wird ja oft auch unterschätzt. Ich weiß, dass noch aus der Anfangsphase der Blogger, da haben alle über die Mama Blogger gelacht. Aber es ist der größte Markt von allen gewesen, weil das waren ja die Personen im Haushalt, Kaufentscheidungen getroffen haben. So wie jetzt Beauty Influencer und Produkttester und so ja wirklich teilweise ein unfassbares Volumen machen, wenn sie das auch noch mit einem eigenen Shop kombinieren. Jetzt hast du gesagt, die sind alle gewerbetreibend. Was ist denn mit jemandem, auf einer Plattform diese Creator-Geschichten bekommt, wo man für, weiß ich nicht, TikTok bekommt, an glaube ich für so und so viele Abrufe irgendwelche Beträge ausgezahlt. Sind die dann nicht irgendwie darstellende Künstler und sind auf jeden Fall Freiberufler? Und wenn die ein Buch, digitales Buch oder so dazu verkaufen, sind die immer noch im freiberuflichen Bereich? Oder wo ist da die Grenze?

Marcus Dein: Also ich sehe da in dem Bereich, ist es sehr schwierig in diese, also es ist grundsätzlich schon mal schwer in diese frei berufliche, freischaffende Einkunftsart reinzukommen. Da gibt es einen ganz klaren Katalogberuf. Das sind halt so die Klassiker, Steuerberater, Notare, Rechtsanwälte. und solche Konsorten Und da überhaupt in diesen künstlerischen Sektor, der da auch noch dazu zählt, reinzukommen, ist schon meistens sehr schwer. Gerade dann, wenn man anfängt, Coachings zu verkaufen oder wie du gesagt hast, Carola, einen Online-Shop zu starten, dann infizieren diese Einnahmen automatisch, wenn es dann überhaupt werden, die künstlerisch tätigen Einnahmen, wenn man das nicht sauber trennt. Deswegen bei den ganzen Content-Creator sehe ich in der Regel meistens gewerbliche Einkünfte. Wenn es mal kritisch das Thema wäre, dann würde ich da immer über eine Anrufungsauskunft beim Finanzamt gehen. Und das ist, denke ich, der smarteste Weg, da heranzugehen.

Carola Heine: Mhm.

Carola Heine: Ja.

Carola Heine: Finanzamt, das setzt ja dann voraus, dass die sich schon mit diesen ganzen Sachen auskennen. Das halte ich nicht für so richtig wahrscheinlich im Moment, weil Influenza noch ein relativ neuer Beruf ist, wenn man das in den meisten Fällen ja einen Beruf nennen kann. Was muss ein Steuerberater denn wissen? Ja.

Marcus Dein: Da würde ich tatsächlich jetzt bisschen reingrätschen. So neu ist das gar nicht. Man darf das auch gar nicht so pauschalieren, weil, der Olaf auch schon zu Beginn der Folge jetzt gesagt hat, gab es ja da so ein Skandal, so Mitte des Jahres mit Influencer. Genau da war das Thema. Viele haben die Einkünfte entweder gar nicht erklärt, weil sie sich gar nicht als

Carola Heine: Mmh.

Marcus Dein: gewerblich tätig eingestuft haben, keine steuerliche Beratung hatten, aber vor allem nicht vollständig ihre Sachzuwendungen erklärt haben. da sieht man, dass eben das Finanzamt mittlerweile schon Spezialgebiete oder Spezialkruppen aufgebaut hat, die sich mit dieser Branche sehr gut auskennen und da dann entsprechend auch in die Prüfung reingehen. Sonst wäre es auch gar nicht erst zu diesem Skandal gekommen, zu diesen hohen Steuernachzahlungen. Da geht es ja nicht nur teilweise um die Einkommenssteuer, da geht es ja auch folgerichtig um die Gewerbesteuer und vor allem auch, was man immer unterschätzt, um die Umsatzsteuer.

Carola Heine: Ja, Spezialeinheitssachzuwendung. Ich habe ganz viele Bilder jetzt im Kopf von Finanzbeamten, forschen.

Marcus Dein: Das ist gar nicht so abwegig und das gibt es auch. Die bilden halt Spezialkruppen, die sich auch auf bestimmte Branchen perfekt auskennen. So wie wir es halt kennen, zum Beispiel es gibt spezielle Konzernprüfer, gibt es halt jetzt spezielle Betriebsprüfer, Betriebsprüferinnen, die auch auf das Thema der Influencer eingehen, weil da eben in den letzten Jahren schon extrem viel dazu kam, vor allem schnelllebig, also immer wieder weitere Geschäftsmodelle. in dem Bereich der Influencer sehr weitreichend.

Carola Heine: müssen denn Steuerberater wissen, abschätzen zu können, ob es sich lohnt, sich auf Influencer zu spezialisieren? Kannst du da ein paar Tipps geben? Wie ist das bei dir überhaupt passiert?

Marcus Dein: Ja. Also ich bin auch so bisschen reingerutscht, ja, durch das ich ein sehr junges Publikum als Mandantenkreis habe. Die meisten dort haben halt mit dem Thema Instagram, LinkedIn und Co angefangen und sind dann größer geworden, haben daraus Coachings gebaut, dann Software verkauft, also Software-Service-Produkte und solche Themen eben da, die da angefallen sind und so bin ich da mit reingerutscht und natürlich musste ich mich dann mich erstens steuerlich für zu fühlen, auch meine Mitarbeiter und mich natürlich haftungstechnisch abzusichern, da mal einlesen, was gibt es denn alles, was sind denn die Themen, was bekommen die alles für Sachzuwendungen und ich rede halt, also was ich am Anfang gemacht habe, ich habe mich halt wirklich mit denen mal in einem schönen Onboarding-Gespräch, steht und fällt alles mit einem Onboarding, habe ich mich mal hingesessen und mal einfach mich blöd gestellt und einfach richtige Fragen gestellt, ja. Was macht ihr eigentlich, wie läuft es ab, welches ist das Thema nun? wo habt ihr überall Geldzuflüsse, bekommt ihr eventuell auch Sachzuwendungen, wie läuft es, dokumentiert ihr das? Da ist ein gutes Stichwort Dokumentation, das ist das A und O bei Influencer zu dokumentieren. Und die sind oft sehr gefangen in ihrer Tätigkeit, aber Das A und O bei den Influencer ist, dass sie wirklich monatliche Dokumentationen darüber führen, was sie als Sach-Dienstleistungszuwendung erhalten haben von anderen Unternehmen.

Carola Heine: Da gehört dann aber auch die Hotelübernachtung dazu und nicht nur das Produkt, was sie dann vielleicht vor Ort getestet haben, sondern alles.

Marcus Dein: Genau und das ist natürlich ein großes Thema, weil das muss man monatlich bewerten und einmal natürlich für die Ertragssteuer. Es ist ein gewinnerhöhender Part, also zu sagen, ich nenne es immer eine fiktive Betriebseinnahme, ungefähr so wie beim Kfz, wenn man da die Privatnutzung hat. Es ist halt auch da zu berechnen, was ist der Wert der Sachzuwendung und gibt es dort auch noch einen umsatzsteuerlichen Aspekt, sprich, ich habe keine Ahnung, Wert der Sachzuwendung von 100 Euro, dann muss ich natürlich auch die Umsatzsteuer auf diesen Wert abführen, weil der ist auch umsatzsteuerpflichtig. Das ist auch ganz klar im Umsatzsteuergesetz geregelt.

Olaf Clüver: Würdest du sagen, dass die größte Gefahr bei den Influencern, ich sag mal, die Zeit ist vom Anfänger bis hin zum Vollprofi? Es gibt ja irgendwann mal Influencer, die haben eine ganze Entourage an Mitarbeitenden, die sie dann dabei unterstützen, die machen Termine und wird sicherlich auch irgendjemand geben, mal aufschreibt, was haben wir denn so alles bekommen? Aber bis man da ist, aber dieser Anfängerphase entwachsen ist, also quasi noch im Aufstieg, siehst du da die größte Gefahr, dass die Fehler passieren?

Marcus Dein: Ja.

Olaf Clüver: Vielen

Marcus Dein: Also absolut die klassischen Fehler natürlich, dass man erstens kein System hat zu dokumentieren dann auch nicht. Die meisten haben dann keine Buchhaltung, auch gar kein Geschäftskonto und oft haben sie sich einfach mit dem Thema Steuern noch gar nicht auseinandergesetzt und dann kommt auf einmal die Keule von oben vom Finanzamt oder wem auch immer und dann gilt es natürlich alles ordentlich aufzuarbeiten und das würde man halt vermeiden, wenn man sich von Anfang an da einmal informiert und ordentlich und sauber aufstellt. ja, in dieser Phase von ich bekomme noch kein Geld bis ich erreiche, ich bekomme Reichweite, bekomme Kooperation, Werbeverträge, ich verdiene Geld, das ist tatsächlich somit die kritischste Phase, weil sich da am meisten ändert und am meisten Potenzial für Fahrlässigkeit und fehlende Dokumentation, sage ich mal, enthalten ist.

Carola Heine: fehlende Dokumentation. Entschuldigung, ich überlege dir jetzt gerade, wie realistisch das ist, wenn man bloggt und Videos macht und Reals macht und Sachen zugeschickt bekommt und Kooperationen bespricht, dass man alles aufschreibt. Hast du als Steuerberater vielleicht einen Tooltip für solche anderen Kanzleien, die dir dann wiederum ihren Mandanten geben können? Oder würdest du das einfach alles in die Buchhaltung hauen oder von vornherein oder wie würdest du das machen?

Marcus Dein: Hm.

Marcus Dein: Also Ich sage mal, klassischen Sachverhalte, wo der Influencer eine Dienstleistung erbringt und dann dafür Geld bekommt aufgrund einer Kooperationsvereinbarung, was auch immer, das ist ja relativ einfach zum Abbilden. Da habe ich eine Rechnung oder eine Gutschriftsrechnung, was auch immer. Ich bekomme Geld dafür und dann landet das Teil in der Einnahmenübersicht und auch natürlich in der umsatzstörlichen Vorenmeldung. Kritischer oder schwieriger ist natürlich, und das wird meistens vergessen, sind die genannten Sachzuwählen. Und da haben wir uns bisher zum Beispiel klassischerweise einfach einem Excel-Template bedient, wo wir dann diese Werte einmal eingetragen haben und dann sozusagen automatisiert ausrechnen haben lassen. Da gibt es natürlich bestimmt noch andere Modelle. Toolkits kenne ich an sich jetzt keine, die da in dem Bereich unterstützen. Was es allerdings schon gibt ist natürlich und was das Ganze vereinfacht ist von den Firmen, wo die Influenzen ihre Sachzuwendungen bekommen, bekommen die in der Regel auch einen dokumentierten Umfang, was zugewendet worden ist, mit was für einem Wert. Das macht natürlich das Leben deutlich einfacher. Ich kann solche Themen tatsächlich auch, wenn ich weiß, wie man das abbildet, in Lexper Office hinterlegen. Ich kann dort manuelle Buchungen schon anstoßen. einen Workflow bauen und das haben wir dann halt mit den Mandanten gemacht, die wir betreuen, dass die einmal die Aufstellung machen, wir machen den Gegencheck, dann wird das eingetragen und dann ist es auch entsprechend in den Einnahmen und vor allem in der Umsatzsteuervormeldung hinterlegt.

Olaf Clüver: Jetzt weiß ich natürlich, wie du arbeitest. Wir hatten es ja eben gesagt, vier, fast fünf Jahre kennen wir uns bestimmt schon. du hattest es eben angesprochen, ist ja eines meiner Lieblingswörter, Onboarding-Prozess. Das heißt also, wenn wir hergehen und sagen, wir haben einen Mandanten und als Steuerberater, da ist es irgendwie auch meine Pflicht, die Leute onzuborden und denen zumindest mal in gewisser Weise auf ihre Pflichten hinzuweisen. Jetzt hast du das mit Sicherheit aufgebaut für deine Mandate. Gibt's du sowas auch weiter an andere Steuerkanzleien? Denn hier jetzt jemand hört und sagt, bei mir stehen sieben Influencer vor der Tür. Ich bräuchte aber selber erst noch mal so eine Aufschlauung. Wärst du dann so der Ansprechpartner, der sagte, pass mal auf, ich unterstütze in diesem Bereich?

Marcus Dein: Absolut, also ich bin da gerne bereit auch sozusagen Kanzlei übergreifen, also andere Kollegen und Kolleginnen zu unterstützen. Das mache ich auch sehr gerne, das ja auch ein Steckenpferd von mir, nicht nur die Kanzleitätigkeit, sondern vor allem auch die Beratungsfunktion, also Berater für Berater auszuüben und da mein... Kollegen Kolleginnen zu unterstützen, unter die Arme zu greifen und natürlich auch zu gewissen Spezialfeldern, wo ich mich gut auskenne, einfach an der Seite zu stehen und zu beraten. Gerade das Thema Influencer ist super interessant. Es gibt nur wenig spezialisierte Kanzleien hier in Deutschland, aber wenn man sich dahingehend ausweiten möchte oder dieses Spezialgebiet aufbauen möchte, stehe ich auf jeden Fall zur Verfügung. nicht nur wissen, sondern auch ein paar Blaupausen, die man da bestimmt scheren kann. Aber im Endeffekt muss da jede Kanzlei für sich auch gucken, was passt dann schlussendlich zu deren internen Prozessen oder wie kann man das dort einordnen.

Carola Heine: Bist du von uns einen goldenen Umschlag bekommen?

Marcus Dein: Das hab ich, ja.

Carola Heine: Du den mal aufmachen? Ich hoffe, die Frage ist für Olaf.

Olaf Clüver: Das hoffst du jedes Mal, Corona.

Carola Heine: Manchmal habe ich aber Recht.

Marcus Dein: So, ja, die Frage ist tatsächlich an Olaf. Und zwar, Olaf, wie könnte die Welt in 50 Jahren aussehen?

Olaf Clüver: Leier!

Olaf Clüver: das kann von... Da ich ja ein bekennender Optimist bin und da ich ja ein... Mensch bin, der vor allen Dingen auch für die nachfolgende Generation, ich habe mich da an der nachfolgenden Generation ja aktiv beteiligt, drei Kinder, glaube ich, dass die Menschheit tatsächlich noch aufwacht, dass wir technologisch in der Lage sind, die von Menschen gemachte Klimaveränderungen aufzuhalten und umzukehren. Wenn wir uns alle zusammen anstrengen, das wird nicht von alleine passieren. Und ich glaube, dass irgendwann die Erkenntnis kommt, dass Krieg nicht mal die letzte Waffe oder die letzte Möglichkeit der Diplomatie ist, dass sich das einfach auch nicht lohnt vom finanziellen und vom erreichten. Ich glaube, dass diese Erkenntnis wächst innerhalb dieser Menschen und ich glaube, dass wir deswegen in der Lage sind, die Welt in 50 Jahren wieder zu einem besseren Ort gemacht haben. Wie das im Einzelnen aussieht, ich habe nicht jedes Land bereist, aber ich wünsche mir natürlich, dass das global ist und dass das nicht nur was, was ich im reichen Westen passieren. Aber ich bin davon überzeugt, weil ich glaube, dass irgendwann kurz vor Schluss jeder merkt, dass wir keine Ersatzkugel haben und es gibt wirklich auch viel erhaltenswert ist und deswegen bin ich davon überzeugt, dass wir das gemeinsam auf die Beine stellen. Es wird nicht von alleine passieren, da bin ich optimist. Wenn ich was anderes glauben würde, ich morgens nicht mehr aufstehen, hat es keinen Sinn mehr.

Marcus Dein: kann ich nur unterschreiben.

Carola Heine: Ich glaube, wir lösen so viele super komplexe digitale Probleme. Es müsste ja eigentlich auch drin sein, dass mal ein paar Lösungen für Umweltprobleme gefunden werden, denke ich mir jedes einzelne Mal. Wenn ich von irgendeinem 15-Jährigen höre, der im Physikunterricht nebenbei eine Maschine gebaut hat, die den Ozean reinigen könnte, dann sollte man vielleicht mal bei solchen Sachen Geld investieren. Dann sehen die nächsten 50 Jahre anders aus.

Olaf Clüver: Ich glaube, glaube, das Problem ist tatsächlich immer noch, dass wir gerade beim Umweltschutz zu klein denken. Jeder kehrt so bisschen vor seine Haustür. Das ist wunderbar, wenn wir so ein klimaneutrales Ziel avisieren für 2030, 35, 50, was auch immer. Aber das alleine hilft uns ja nicht. Wir müssen das ja global denken. Und meine Idee, ich sag das jetzt einfach mal, war ja immer, wenn wir jetzt den Solidaritätszuschlag nicht abgeschafft hätten, sondern würden diese 18 Milliarden im Jahr In etwas investieren, quasi wie das Zern in der Schweiz für die Umwelttechnologie in Deutschland ist. Mit 18 Milliarden im Jahr kann man schon eine Menge machen. Und würden Forscher aus aller Welt dazu holen, was dann hinterher auch allen nützt. Ich glaube, das wäre so ein Denkansatz, wo wir da global hingehen. Aber das ist ein Thema für eine eigene Podcastsendung. Ich würde ganz gerne noch mal auf die Influencer zurückkommen. Vielleicht werde ich ja dann einen Influencer dadurch.

Carola Heine: Ja, was machst du, Olaf?

Olaf Clüver: Du hast es eben angesprochen und ich halte das auch für extrem wichtig, dass nicht nur der Steuerberatende selber irgendetwas darüber weiß, sondern sein Team hilft es da schon, dass man es fördert innerhalb der Mannschaft schon Social Media Verständnis, Markenrecht etc. beizubringen oder die Möglichkeit zu geben dieses Wissen zu erwerben.

Marcus Dein: Absolut, wir haben ja auch oder beziehungsweise ich habe ja auch klein angefangen und habe immer stetig dazugelernt und dieses Wissen habe ich natürlich weitergegeben und man sieht es ja schon in den Buchhaltungen. Es hat sich alles von ich kaufe etwas einmalig zu ich abonniere etwas, ich lizenziere etwas geändert. Mittlerweile hat man fast nur noch Abolizenzkosten und da muss ich natürlich verstehen, was stehen da für Dienstleisterprodukte dahinter. So fängt es schon erstmal an. zu haben, was ist das und so ist es genauso bei Influencer. Da muss ich halt die, sag ich mal, ganzen Werbekanele verstehen, von Instagram über LinkedIn bis hin zu TikTok, Onlyfans, was es auch immer gibt hier auf dem Markt und dann muss ich natürlich auch die Abrechnungsmodalitäten, die Werbeverträge verstehen und Wenn ich jetzt einen mehrseitigen Werbevertrag habe, dann könnte ich mich zum Beispiel auch mit Hilfe von einem KI-Bot wie zum Beispiel Chachi Bidi natürlich alles datenschutzkonform geschwärzt dabei behelfen lassen, mir diese Werbeverträge mal einfach darstellen zu lassen und zu verstehen, was geht es dort. So könnte man schon mal reindroppen, aber man jede Person, auch die Mitarbeiter, die brauchen halt einfach auch den Willen dazu, das zu wissen oder sich darin schlau zu machen. Wenn man es halt nicht möchte, dann funktioniert es natürlich nicht, aber das ist in jedem Bereich so. Und ja, so habe ich zum Beispiel mein Wissen im Team weitergegeben, gerade wenn da halt speziell Fragen kommen.

Carola Heine: Kennst du irgendwelche Sachen, wo du sagst, da sind wir ein bisschen in die Falle gelaufen, das kann man vermeiden? Also fällt dir was ein, wo du sagst, wenn man nicht aufpasst, passiert garantiert das, das und das?

Marcus Dein: Ja, ganz klare Erwartungshaltung, ganz klare Dokumentation. Das ist wirklich, also das haben wir am Anfang etwas vielleicht nicht so, bisschen stiefmütterlich behandelt, haben aber dann spätestens im Jahresabschluss gemerkt, da fehlt was, da ist...

Carola Heine: Mhm.

Marcus Dein: Das ist nicht vollständig. Dann mussten wir nacharbeiten und haben ein System intern aufgebaut. Das Learning by Doing. Mittlerweile haben wir es direkt im Onboarding einziehen lassen. Dadurch können wir von vornherein die großen Hemmer direkt eliminieren.

Olaf Clüver: Wenn du das jetzt mal aus deiner Warte siehst, wo ist das für dich alles noch Beratung? Wo geht das hin und was ist noch Aufklärungspflicht? Und ab wann beginnt für dich die unternehmerische Eigenverantwortung? Weil, wie gesagt, wir sprechen hier von Menschen, die ein Unternehmen führen wollen. Wenn es erst mal ein Einzelunternehmen ist, das heißt, ich muss mich da auch auf gewisse Dinge einlassen. Wo sagst du, Alper, pass mal auf, das kann ich jetzt auch nicht mehr wenden.

Marcus Dein: Also natürlich jeder Unternehmer ist ein Kaufmann, der hat auch entsprechend wie ein Kaufmann zu handeln, also sich zu verhalten. hat Rechte, er hat Pflichten und dessen muss man sich halt bewusst sein. Und wir als Spareingspartner im Bereich Steuern versuchen halt gerade schon im Onboarding dazu sensibilisieren zu vor allem die To's oder die To Do's mit an die Hand zu geben und eine entsprechende Finanzbuchhaltung aufzusetzen, damit man eben nicht in diese Misere kommt, wie es jetzt vielleicht vielen passiert ist, Mitte des Jahres im Herbst. Und da... hat ein Influencer, genauso wie ein anderer Unternehmer in einer anderen Branche, entsprechenden steuerlichen Themen zu berücksichtigen und natürlich auch alles wahrheitsgemäß angeben. Das sollte selbstverständlich sein, aber ist es leider oft nicht.

Carola Heine: Wenn du jetzt den Kollegen eine Empfehlung geben würdest, würdest du sagen, das lohnt sich mit den Influencern oder macht das lieber nur, wenn euch das zufällig passiert und ihr euch das interessiert? Ist das ein Geschäftsfeld, das man sich erobern sollte? Was sagst du dazu?

Marcus Dein: Also zufällig würde ich das nicht machen. Also ich würde entweder ein Team aufbauen, wenn ich eine entsprechend größere Kanzlei habe, ein Team aufbauen, das sich da in dem Bereich sehr interessiert. weiterbildet, fortbildet, gibt es auch immer wieder Neuheiten in dem Bereich. Dann sehe ich das auf jeden Fall für ein sehr schönes Spezialgebiet. Es gibt aber auch kleinere Kanzleien, die nur Influencer betreuen. Von YouTuber über Blogger bis hin zu ... in dem Bereich, die dann noch Coachings ausbauen, Online-Shops machen und da muss man schon viel Wissen haben. Das wissen auch viele nicht oder vielen ist das gar nicht bewusst. Die sind ja oftmals gar nicht in Deutschland nur tätig, sondern auch oft, sehr oft mit Auslandsachverhalt und da muss man natürlich auch aufpassen. was in diesem Bereich dann steuerlich passiert. Gerade bei Online-Shops habe ich vielleicht auch immer noch meinen One-Stop-Shop mit an der Seite, der da mitschwingt. Und dass ich da halt nichts verpasse, muss ich immer am laufenden Ball sein, das Verständnis zu haben, was die Influencer überhaupt alles machen, machen können und auch immer wieder im Austausch mit denen sein. damit ich weiß an welchen Punkten sie gerade sind, was sie planen, wohin die Reise gehen soll. Nur so kann ich proaktiv auch beraten.

Carola Heine: Wohin die Reise gehen soll, meinst du, das sieht in fünf Jahren schon wieder alles ganz anders aus? So was, wie schätzt du die Entwicklung ein? Auch steuerlich.

Marcus Dein: Also ich denke das wird weiter zunehmen. gehe sogar davon aus, man sieht es ja heutzutage auch schon sehr viel auf Instagram, wie ein KI generierter Account mehrere Millionen Follower hat und niemand weiß wer so dahinter steckt. Ich glaube, das wird immer noch mehr. Vor allem so dieser soziale Aspekte muss man schon auch ein bisschen, der schwingt da natürlich auch immer sehr stark mit. Und deswegen ist es für mich fast unerlässlich zu verstehen, was dort in diesem Social Media Bereich überhaupt alles gesagt, getan, gepostet wird. Weil... Die meisten haben halt entsprechende Vorbilder dort und glauben denen alles. Und oftmals wird halt gar nicht das dargestellt, wie wirklich das Leben der Person ist. Und ich glaube, das wird alles noch viel krasser. Gerade wenn man dann gar nicht mehr weiß, ist das jetzt von einer Person oder ist das von irgendeiner nicht physischen KI-Chatbot. glaube, ist so bisschen das Thema, wo wir uns hinentwickeln und wo es dann noch spannender wird im Bereich der Steuern.

Olaf Clüver: war übrigens

Marcus Dein: wenn keine Person an sich mehr dahinter steckt vielleicht.

Olaf Clüver: Ja, übrigens vorletzte Woche in einer Umfrage, die ich gelesen habe, ist der häufigste Berufswunsch 2025 der unter 14-jährigen Influencer zu werden. Also der Lokführer ist definitiv in Vergessenheit gerannt, obwohl man da immer relativ spät zur Arbeit kommen kann. Aber dann eben halt auch Astronaut oder Pilot oder solche Sachen. der Lieblingswunsch der Kinder zumindest, sie nennen das jetzt mal, ist tatsächlich Influencer zu sein. beängstigend.

Marcus Dein: Ja, also es ist halt so, dass auch nur weniges wirklich in dem Bereich schaffen, wenn man da nicht mit wirklich Herzblut und Energie dahinter ist. Und es ist, wie du sagst Olaf, ist schon sehr beängstigend. Klar, die Welt dreht sich diese neuen modernen Tools und soziale Präsenz. Aber es ist halt auch nicht alles. Wir haben auch noch andere Themenbereiche, Branchen und Jobs, hier gemacht werden und für die wir Leute brauchen und die dann, finde ich, noch viel interessanter werden.

Olaf Clüver: Genau und vor allen Dingen hast du ja immer auch die Möglichkeit, wenn du einen soliden, ich will jetzt nicht sagen, dass jeder Influencer kein solider Beruf ist, also nicht pauschalisieren ist mit meiner Ahnung, aber wenn du jetzt einen, ich sag mal, herkömmlichen Beruf hast, dann hast du ja immer auch die Möglichkeit in dieser Branche den Influencer zu geben, Taxfluencer. Ich meine, du bist ja nun wirklich auch das Paradebeispiel, wie man Steuerberatung und Influencertum auch sehr gut zusammenbringen kann, denn Influenzen beeinflussen hat es ja nicht immer nur, dass man Geschenke annimmt oder sowas, sondern dass man Leute auch aufklärt und über irgendetwas informiert. Und ich glaube, da haben wir dann jetzt auch wirklich nochmal bestätigt, dass wir den Richtigen eingeladen haben.

Carola Heine: Ja, auf jeden Fall. Aber wir müssen jetzt leider trotzdem so allmählich mal zum Ende kommen. Wir müssen einfach noch eine Folge mit Markus machen und diese philosophischen Themen über digitale Entwicklung und Steuern mal vertiefen. Aber ich glaube, dass wir heute eine Menge wichtige Inputschnitzel gesammelt haben für die Steuerberater, die zuhören. Ich hoffe.

Olaf Clüver: Ja und für alle die weitere Fragen haben, wir verlinken natürlich sämtliche Informationen unten in den Show Notes und wenn dann jemand mit dir Kontakt aufnehmen will, du hast es gesagt, herzlich willkommen, freuen wir uns drauf und ich würde dann einfach mal sagen, recht herzlichen Dank, Markus, dass du da warst und wenn diese Folge gemocht wurde, dann gerne liken bei YouTube und bei Spotify oder bei Apple.

Marcus Dein: Absolut.

Marcus Dein: Bis heute.

Olaf Clüver: Musik oder wer sonst noch anbietet, freuen wir uns drauf und hinterlasst einen Kommentar und schlagt gerne auch mal vor mit wem wir noch mal sprechen dürfen. Markus, vielen herzlichen Dank und mit Sicherheit bis bald!

Marcus Dein: Danke, tschau tschau.

Carola Heine: Danke Markus. Danke.

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