Digitale Transformation in der Kanzlei: Was jetzt wirklich zählt – mit Luisa Stalla
Shownotes
Welches Tool braucht meine Kanzlei? Die bessere Frage lautet: Was läuft bei uns eigentlich nicht rund? In dieser Folge von lex’talk about tax sprechen Kanzleibetreuer Olaf Clüver und Marketingfachfrau Carola Heine mit Luisa Stalla, die als Managerin für digitale Transformation beim Deutschen Steuerberaterverband eine ganze Branche zukunftsfit machen will. Luisa Stalla verrät, warum Transformation vor allem bei den Menschen beginnt und wie Kanzleien Team und Mandanten auf diesem Weg mitnehmen.
Erfahren Sie, warum die Frage nach dem besten Tool selten weiterhilft, wie Sie Mitarbeitende zu Mitgestaltenden machen und weshalb klare Prozesse auch gegenüber Mandanten Rückhalt geben.
Die wichtigsten Insights für Kanzleien:
- Wie eine ehrliche Bestandsaufnahme zeigt, wo in der Kanzlei die größten Potenziale schlummern.
- Warum neue Tools ins Leere laufen, wenn sie nur von oben verordnet werden.
- Wie Gespräche mit einzelnen Teams zu eigenen Ideen und mehr Akzeptanz führen.
- Was junge Fachkräfte von einer Kanzlei erwarten, um zu bleiben.
- Warum Kanzleien Prozesse standardisieren sollten – nicht ihre Mandanten.
Luisa Stalla
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/luisa-s/
Website: https://www.dstv.de/
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Olaf Clüver: Moin, ich begrüße heute in unserem Podcast Studio Luisa Stalla. Herzlich willkommen. Und du beschäftigst dich beim Deutschen Steuerberaterverband mit digitaler Transformation. Das bedeutet, was machst du an einem ganz normalen Dienstag?
Luisa Stalla: Ja, herzlich willkommen auch von meiner Seite. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr heute hier bei zu sein. Genau, ich bin Managerin für digitale Transformation, ganz wichtig für den Berufsstand, das heißt für die Kanzleien. Das werde ich nämlich immer oft als erstes gefragt. Digitale Transformation, digitalisierst du dann den Verband? Nein, mir geht es darum, die Kanzleien zu unterstützen, digitaler zu werden und sich vor allem zukunftsfit aufzustellen.
Carola Heine: Ja, hallo Luisa, das ist ja auch genau der Grund, warum wir gesagt haben, mit der Frau wollen wir jetzt mal sprechen. Es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis wir einen Termin gefunden haben. Was ist dann alles passiert in der Zwischenzeit bei dir im letzten halben Jahr? Ist was Spannendes.
Luisa Stalla: Ja, eine ganze Menge und ganz viele unterschiedliche Initiativen, die wir tatsächlich angestoßen haben oder jetzt vielleicht auch erfolgreich hinter uns gebracht haben. Jetzt ist gerade der deutsche Steuerberatertag in Bonn vorbei. Ich bin gerade vor ein paar Tagen zurückgekommen und dort haben wir als Arbeitskreis Digitalstrategie, den ich unter anderem auch betreue, das erste Mal ein Penne gemacht zur Steuerberatung der Zukunft. mit dem Thema, was jetzt wirklich zählt. Denn das ist eigentlich die Frage, die uns oder auch alle Kanzleien, mit denen ich regelmäßig spreche, immer wieder beschäftige. Luisa, was zählt denn jetzt wirklich? Was muss ich denn jetzt tun?
Olaf Clüver: Und bevor wir dahin kommen und das Ganze mal so ein bisschen auseinandernehmen, laden wir dich ganz herzlich ein an unserem sogenannten Fußnotenspiel teilzunehmen. Das bedeutet, wenn du möchtest, verrätst du uns und den Hörern drei Fakten über dich, die man vielleicht nicht auf jeder Visitenkarte liest. The Stage is yours.
Luisa Stalla: Ja, vielen Dank. Dann würde ich gleich zum ersten Punkt kommen. zwar digitale Transformation. Ich sage immer ganz gerne, ich packe das Wort digitales so in Klammern, weil auch in der Steuerberatung ist es natürlich so, dass Transformation viel, mehr ist als nur Technologie und Digitales. Das ist also mein erster Punkt. Mein zweiter Punkt ist ja vom Unternehmen zu einer ganzen Branche. Was heißt das konkret? Früher habe ich viel Change Management und ja, in-house Consulting in Unternehmen gemacht zu ganz unterschiedlichen Zukunftsthemen. Und jetzt geht es darum, eine ganze Branche zu transformieren, anzustupsen, ready für die Zukunft zu machen und dann vielleicht was Privates. Meine dritte Fußnote sozusagen, dass ich ganz gerne doch im Privaten auch gerne analog unterwegs bin. Das heißt, ich lasse gerne das Handy einfach mal im Flur liegen, sobald ich zur Tür reinkomme oder verbringe auch tatsächlich gerne einfach Zeit dann in der Natur, damit man so einen guten Ausgleich hat zwischen der digitalen Welt und den Transformationsthemen und der analogen Welt, einfach da wieder als Energie aufzutanken, würde ich sagen.
Olaf Clüver: Eine Sache, die ich da ganz gerne aufgreifen würde, du hast gesagt Transformation und digital in Klammern, weil es natürlich nicht nur was Technologisches ist. Ich wage jetzt mal eine These und sage 80 Prozent der Transformation findet zwischen den Ohren statt und nur 20 Prozent am Rechner, wenn überhaupt, oder bin ich da auf dem Holzweg.
Luisa Stalla: Ja, also, Zahlen in Raum zu stellen, etwas darzustellen, bin ich großer Fan davon, ob man sich jetzt da auf 80 und 20 Prozent festnagelt. Aber ich finde, das ist schon ein ganz guter Richtwert, dass man sagt, dass natürlich ganz viel zwischenmenschlich passiert, passieren muss. Nicht nur in der eigenen Kanzlei, nicht nur unter den Kanzlei-Mitarbeitenden, sondern tatsächlich ja auch zwischen Mandant und Kanzlei, dass da ganz viel Veränderung. notwendig ist und auch aktuell schon passiert.
Carola Heine: Olaf und du, ihr sprecht ja beide ganz viel mit den Menschen, die in Kanzleien arbeiten und die Kanzleien führen. Ich bekomme aber auch ein bisschen was mit und ich habe den Eindruck, dass man an ganz vielen Orten einmal erst wenig Zeit und Bereitschaft hat und dann anfängt zu digitalisieren und zu automatisieren, weil es gar nicht mehr anders geht. Aber dann nehmen sie die Abläufe und übertragen die eins zu eins. Also die nehmen eine Aufgabe und lösen die dann mit Automatisierung oder einen Prozess in Automatisierenden. Aber eine zielführende Neugestaltung, eine Neuaufstellung einer Kanzlei, die würde da ganz anders aussehen, meine ich. Und deswegen würde ich von euch beiden gerne wissen, von Luisa zuerst, wo fängt man dann als steuerberatende Person zuerst mal an? Was ist da die Aufgabe der Führungskraft?
Luisa Stalla: Alles was neu ist, da geht es erstmal darum zu gucken, was bereits vorhanden ist, was gut funktioniert und was vielleicht auch nicht so gut funktioniert. Denn da schlummern am meisten die Potenziale, die man auch ergreifen kann und sich wirklich auch zu fragen bei den Sachen, Ja, wo tut es vielleicht am meisten weh? Was funktioniert vielleicht am ersten noch nicht? Und dann natürlich auch die Frage, warum funktioniert es vielleicht noch nicht wie gewünscht? Oder wie kann man es denn nun besser machen und erst sich dann tatsächlich auch mit diesem, ja, mit dem was genau zu beschäftigen? Also welches Tool ist jetzt vielleicht notwendig? Und ist es vielleicht auch ein Tool? Weil das ist immer der Trugschluss. Ich werde ganz oft gefragt, Luisa, was ist denn jetzt das beste Tool?
Olaf Clüver: Ja, und die Frage ist dann immer, für was? Deswegen, Kanzleien, mit denen wir Veränderungen machen, die stellen sich dann immer selber die Frage, was für eine Kanzlei möchte ich sein? Wie möchte ich in Zukunft arbeiten? Und was ganz wichtig ist, auch zu definieren, was möchte ich denn nicht? Und dann kann man sich überlegen, wie kommen wir dahin? Und dann sind wir bei diesen Schritten, was haben wir dafür schon? Was braucht es dafür? Und ist das, was wir dafür brauchen überhaupt? sinnvoll. Und da bin ich ganz bei dir. Man hört in letzter Zeit, wenn wir das Wort KI überhaupt noch sagen dürfen, man nimmt das einfach mal. Die Leute, die KI verkaufen, sagen einfach, deine Kanzlei braucht KI Zukunftsfit für sein. Und keiner hat vorher die Frage gestellt, was läuft denn in der Kanzlei eigentlich gar nicht? Wenn ich diese Prozesse nicht habe und wenn ich nicht weiß, was ist eigentlich mein Schmerzpunkt, dann kann ich nicht einfach ein Tool drüber kippen. Und wenn ich Veränderungen möchte, Dann sollte ich aber zumindest mal wissen, wo will ich denn überhaupt hin? Das ziehe ich dann von dem ab, was ich aktuell habe und dann habe ich die Veränderungspunkte. Aber da besteht meines Erachtens nach auch in dieser Branche noch ein unheimlicher Bedarf an Aufklärung und auch an Selbstreflektion, zu sehen, wo will ich eigentlich hin, was für eine Kanzlei möchte ich in Zukunft sein.
Carola Heine: Man muss die Mitarbeitenden mitnehmen, es hört, wir sprechen, als ob da ein Kanzlei-Inhaber alleine irgendwas entscheidet und das wird dann schon toll. Aber das funktioniert ja nicht so. Also wenn die Menschen nicht wissen, warum sie was ändern sollen, werden die doch nicht mitmachen, oder?
Luisa Stalla: Ja, da würde ich auf jeden Fall gerne zu eingehen. Und das ist ein ganz wichtiges Thema, über das wir noch viel häufiger sprechen sollten oder uns auch einfach vor Augen führen sollten. Und das ist das Thema Selbstverantwortung. Und es kommen immer wieder Kanzleien auch auf mich zu in Gesprächen, sagen, jetzt hatte ich gerade vor ein paar Tagen das Gespräch. Luisa, also ich habe mir überlegt, in meiner Kanzlei das Tour XY einzuführen und ich habe meinen Mitarbeitenden gesagt, ja. Probiert es jetzt einfach aus und nutzt es. Und irgendwie, ganz komisch, die nutzen das nicht und probieren das nicht aus. Was soll ich denn jetzt tun? Ich weiß irgendwie gar nicht weiter. Und da geht es eigentlich darum, wirklich ganz anders anzusetzen und nicht von oben herab zu überlegen, okay, man hat jetzt vielleicht dieses eine Tool gehört, man kauft es einfach ein und dann glaubt man, dass es ein Selbstläufer ist und genutzt wird. Sondern ganz anders anzusetzen und erstmal in die Teams, in die jeweiligen Fachabteilungen zu gehen, weil auch nicht jedes Tool ist ja für alle in der Kanzlei. sinnvoll und einzuführen, sondern vielleicht ganz spezifisch, sich die Mitarbeitenden rauszusuchen aus der jeweiligen Abteilung und dort ins Gespräch zu gehen. Was funktioniert aktuell gut? Wo sind die Potenziale? Was wollen wir angehen? Wollen wir uns vielleicht mal Tools angucken, also auch viel mehr in die Fragen gehen, anstatt in vorgefertigte Antworten. Ich glaube, das ist unglaublich wichtig, damit die Mitarbeitenden auch selber auf Ideen kommen, selber auf Lösungen kommen
Olaf Clüver: vor allen Dingen halte ich das für einen sehr wichtigen Schritt, dieses Change-Management durch die ganze Kanzlei zu ziehen und nicht, mein Chef hat morgens wieder eine gute Idee, sondern da geht es auch Wahrnehmung und Wertschätzung, denn wenn ich auf die Leute eingehe, die anschließend mit den Tools arbeiten und die befrage, was für ein Tool stellt ihr euch vor, wenn es denn ein Tool ist oder welchen Prozessschritt sollten wir nochmal anschauen und welchen Prozessschritt sollten wir nochmal anfassen. dann geht es da auch Wertschätzung und Wahrnehmung und nicht eine wilde Idee, irgendjemand hatte, nur weil er zufällig eine Messe besucht hat. Da ist eine Menge Potenzial drin. die Sachen in den Kanzleien tatsächlich besser zu machen. Und das ist beispielsweise auch einer dieser Gründe gewesen, warum wir dann diese Lex-Officer-Ausbildung gemacht haben. Wir haben die Leute genommen, die hinterher mit dem Tool arbeiten sollen und bilden die aus und nicht stundenlange Erklärungen mit der Kanzleiführung, die am Ende des Tages dieses Tool überhaupt gar nicht anfassen. Und da, finde ich, habt ihr noch eine Menge zu tun.
Carola Heine: Aber die lexOfficer-Zertifizierung ist nicht für Steuerberater, die ist für Steuerfachangestellte, oder?
Olaf Clüver: Eben, sag ich doch für Mitarbeitende,
Carola Heine: Ja, dazu hänge ich einen Link in die Show Notes für die Leute, die sich das anschauen wollen. Die Wartelisten für die nächste LexOfficer-Runde sind, glaube ich, auch noch offen. Das findet nämlich nur einmal im Jahr statt. Ja, aber dann über Monate. Luisa, du hast jetzt mehrmals gesagt, dass die Mitgliedskanzleien Fragen an dich stellen. Ist das der gewünschte und normale Kanal? Oder wie kommunizieren die Kanzlei mit dem Verband? Was ist da eigentlich, wie habt ihr das geplant? Oder kommen die Leute von selber und dann musst du dich zusätzlich noch mit den ganzen Fragen beschäftigen? Oder gibt es da offizielle Kanäle?
Luisa Stalla: Ja, also wir haben unterschiedliche Formate. Zum einen haben wir jetzt sowas wie das Panel beim Deutschen Steuerberatertag ins Leben gerufen, einfach auch die Nähe zu den Kanzleien vor Ort dann aufzubauen. Wir haben unterschiedliche andere Formate. sag mal, im Deutschen Steuerberaterverband haben wir unter anderem den Arbeitskreis Digitalstrategie. Das ist so, dass es aktuell zehn Mitglieder sind aus ganz unterschiedlichen Teilen Deutschlands. Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin, Kanzleienhaberin, die dann zusammenkommen und eigentlich gucken aus einer Metaperspektive, was sind denn jetzt eigentlich die zentralen Themen und Entwicklungen auch im Markt? Und diese Beobachtungen versuchen wir in Impulse zu übersetzen in Form von Interviews, so wie wir es heute auch führen oder Podcast Artikel. Und ich glaube, damit erreichen wir einfach eine große. Masse natürlich und dann gibt es die regionalen Mitgliedsverbände, mit denen ich natürlich auch im regelmäßigen Austausch bin. Genauso aber natürlich auch mit den Technologieanbietern. Also meine Rolle ist eigentlich unglaublich abwechslungsreich. einen klassischen Arbeitsalltag gibt es nicht, sondern der sieht jeden Tag anders aus und ich spreche mit sehr vielen unterschiedlichen Parteien, eigentlich auch ein Gesamtbild davon zu bekommen, wo die Reise hingeht. Und das ist ja auch die Frage, die ich eingangs schon gesagt hatte. Was zählt denn jetzt wirklich? Wo geht denn jetzt die Reise hin? Und da ist meine aktuelle Meinung dazu, dass sich diese Antwort tatsächlich jede Kanzlei für sich selber stellen darf und auch die Antworten ganz individuell ausfallen dürfen. Und das fängt an mit der Kanzlei Größe, den unterschiedlich vorhandenen Skills, aber natürlich auch den Erwartungen vielleicht oder den Wünschen. von den Mandanten an die Kanzlei, die sich natürlich inzwischen auch schon verändern.
Carola Heine: Ja, es gibt kein One-Size-Fits-All. Ich hatte aber eigentlich gemeint, bist du die offizielle Ansprechpartnerin, von außen eine ganz kleine Digitalfrage hat oder wühlen die sich dann durch das Informationsangebot? Wie ist das geregelt?
Luisa Stalla: Also es ist schon so, dass ich auch für Kanzleien Ansprechpartnerin bin. Wir haben natürlich jetzt nicht die Möglichkeit. Ich habe, ich sage immer so, das ist eine One Woman Show hier im Dachverband. Natürlich sind wir eine große Verbandsfamilie und haben auch in den einzelnen regionalen Mitgliedsverbänden Vor allem Fortbildungsmöglichkeiten, Seminarangebote. Aber ich freue mich tatsächlich über jede Kontaktaufnahme einfach unter dsdv.de, wenn ich an der Stelle mal Werbung machen darf, unter dem Bereich digitale Transformation. Da findet man zum einen die Veröffentlichung, aber hat auch die Möglichkeit, mir direkt Kontakt aufzunehmen. Oder vielleicht kannst du das am Nachhinein auch nochmal in die Kommentare machen. ganz oldschool und klassisch meine E-Mail-Adresse. Das ist immer noch ein, glaube ich, sehr guter Einstieg, in Kontakt zu kommen. ja, es gibt natürlich auch zunehmend viele Unternehmensberater oder Kanzleiberater, Kanzlei-Coaches, mit denen bin ich auch im Austausch. Und es ist natürlich auch so, dass das teilweise sehr hilfreich ist, wenn man sich externe Expertise mit in die Kanzlei holt. Also natürlich die einzelnen Impulse. nutzen und aufgreifen, dann auch an der einen oder anderen Stelle, wo man sagt, man kommt ja selber nicht weiter, sich dafür zu entscheiden, Ressourcen reinzuholen.
Carola Heine: Wir sind ja ziemlich digital, aber eine Sache haben wir ja mitgebracht, die überhaupt nicht digital ist. Hast du von uns Post bekommen?
Luisa Stalla: Ja, hab ich!
Carola Heine: Kannst du vielleicht mal in den goldenen Umschlag gucken? Ich hoffe ja, die Frage geht an Olaf. Wir wissen es nämlich vorher nicht.
Luisa Stalla: Ja, also erstmal vorweg, ich zeig das hier mal so in die Kamera. Das ist das Paket, was ich bekommen habe. Ich hab mich sehr darüber gefreut, so ganz oldschool Post zu erhalten. Ganz lieben Dank an der Stelle. Und ich schau mal, ob ich da den Briefumschlag drin habe. Der ist tatsächlich hier drin. Soll ich den jetzt öffnen?
Carola Heine: Ja, bitte.
Luisa Stalla: Okay. Die Frage geht tatsächlich an dich, Carola, und zwar lautet die Frage, wer war dein bisher aufregendster Podcastgesprächspartner?
Carola Heine: Hui, aufregend war. Ich fand die ersten Folgen sehr spannend, weil wir ja so viel lernen mussten und uns da reinbringen mussten. Und ich war super, super aufgeregt, bevor wir das erste Mal mit Thorsten Lüth gesprochen haben. Weil das so irgendwie so eine so große Persönlichkeit ist, dass ich das gar nicht einschätzen konnte. Und ich weiß noch dieses erleichterte Gefühl, wie gut man mit dem reden konnte. Das waren so viele, wir machen das seit fünf Jahren. Olaf, was war denn dein Spannendster?
Olaf Clüver: Also ich fand damals Nina extrem spannend, Nina Kern, weil die wirklich auch ein Typ ist, der ungewöhnlich ist. Christian Wolschinsky hat mich sehr beeindruckt. Das ist natürlich klar logisch mit dem Präsidenten zu sprechen, ist auch immer wieder schön. Es gibt viele Leute, die eben halt unseren Podcast sehr bereichert haben und ja. Einige davon haben wir auch mehrmals eingeladen. Es wäre jetzt auch nicht richtig, irgendjemanden ganz besonders hervorzuheben, aber das sind so Dinge, die fallen wir dann schon sofort ein.
Carola Heine: Wir hatten ziemlich coole Gäste, vor allen Dingen auch Sachen, glaube ich, die man nicht so oft hört. Wir haben gerade eine junge Steuerberaterin interviewt, die danach auch ganz viel Feedback von anderen Steuerberaterinnen in der Ausbildung bekommen hat, weil sie beschrieben hat, wie sie das im Fernstudium gemacht hat. Und dann schickt sie mir per WhatsApp die Reaktionen, die sie bekommen hat. Man merkt also schon, das schlägt Kreise. Und das ist natürlich sehr bereichernd. Aber Olaf hat Recht. Man könnte jetzt nicht sagen, dieser eine Gast unter diesen, weiß ich nicht. Über 100 war ganz besonders. Es ist immer toll. Es macht Spaß, es ist toll.
Olaf Clüver: Also Dr. Krug oder Carsten Schulz oder sowas. sind alles schon, ich sag mal, aus der Branche sind das ja schon Promis. ist ja und das sind auch manchmal, ich finde es immer dann gut, wenn man selber aus dem Podcast herausgeht und sagt, jetzt bin ich aber schlauer als vorher. Das finde ich dann immer schön. das ist, wenn das gelingt, dann ist das immer schon mal eine Ansage. Aber das gelingt fast immer von daher.
Luisa Stalla: Ja, ich denke auch, dass es natürlich die einzelnen Impulse sind, die jede und jeder mitbringen kann aus unterschiedlichen Perspektiven.
Carola Heine: Mir ist noch was eingefallen, was ich immer super spannend fand, war, viele, viele Leute haben durch unseren Podcast erst erfahren, dass man die Lexware Office Software erweitern kann durch Partnergeschichten. Wir hatten Steuerberater mit Mandanten in den Folgen, die erklärt haben, wie sie arbeiten, mit Tools, die die Rechnung automatisch einsammeln, mit der Warenwirtschaft verbunden sind und so. Und die wussten vorher gar nicht, dass das geht. Ich habe zwei oder dreimal mit Leuten gesprochen, die mir sagten, deshalb kann ich jetzt solche Mandate auch nehmen. Jetzt weiß ich, dass ein Kassensystem nichts ist, wovor ich weglaufen muss und so. Das ist auch sehr spannend, wenn man merkt, man macht Sachen, die konkret verändern, wie andere gut arbeiten können. Aber Olaf hat recht, man kann nicht einen und einzigen nennen, das geht nicht.
Olaf Clüver: Aber ich würde jetzt auch mal weg von diesen Tools, jetzt werden wir mal wieder ganz ehrlich und versuchen jetzt mal einen Informationsimpuls für die Hörerinnen und Hörer zu schaffen. Was muss eine gute Kanzlei jungen Menschen nach einer Ausbildung, die ja vom DSTV extrem propagiert wird und in Teilen sogar verändert und neu gedacht wird, bieten, damit aus einer guten Ausbildung hinterher ein attraktiver Arbeitsplatz wird?
Luisa Stalla: Ja, vielen Dank für die Frage. ich glaube, die Generationswechsel stehen bevor und ich bin zwar kein großer Fan davon, immer in Generationsschubladen zu denken, aber es ist vielleicht dann doch wichtig, zu verstehen, was Kanzleiinhaberinnen jetzt tun können, auch junge Menschen für den Beruf zu gewinnen und auch dann, wenn sie in der Kanzlei schon sind, auch zu halten. Und das eine Thema ist natürlich auch da. meiner Meinung nach ein großes Thema Selbstverantwortung und Mitgestaltung. Das heißt, junge Menschen hinterfragen viel häufiger, wie Dinge funktionieren und warum sie so zu tun sind und dann natürlich auch als Kanzlei-Inhaberin die Möglichkeit zu geben, dass auch junge Menschen schon von Anfang an mitgestalten und auch mal mitentscheiden dürfen. Also vielleicht hat man als Kanzlei-Leitung eine andere Vorstellung oder würde sich für etwas anderes entscheiden und Wenn man Fragen in den Raum wirft, kommen vielleicht auch andere Vorschläge, aber das trotzdem mal aufzugreifen und zu ermöglichen, einen Raum zu geben. Und natürlich ist dann das Thema mit Beruf und Familie, die Vereinbarung dessen, auch ein sehr, sehr wichtiges Thema. Ich glaube, wir haben in den Steuerberaterkanzleien sehr, sehr viele Frauen, gerade als Steuerfachangestellte. Und da geht es natürlich auch darum, individuell darauf einzugeben, Freiräume zu ermöglichen und einfach auch kontinuierlich im Gespräch zu sein. Das Wichtigste ist da immer die Kommunikation, die einzelnen Wünsche und Erwartungen auch dafür einen Raum zu geben, diese benennen zu dürfen als Mitarbeiterin.
Carola Heine: Ja, wir nähern uns auch schon allmählich dem Ende der Folge von der Zeit her. Wenn du mit Kanzleien sprichst oder ihr mit Kanzleien sprecht, wie wichtig ist denn deiner Meinung nach der Digitalstand einer Kanzlei für die Mandantenbindung? Glaubst du, die Mandate gucken schon danach oder sind die einfach froh, wenn die einen Steuerberater gefunden haben, der mit ihnen arbeitet? Was bekommst du somit?
Luisa Stalla: Ich glaube, die Mandanten sind so unterschiedlich aufgestellt wie die Kanzleien aktuell noch. Wir haben sehr viele sehr fortgeschritten digitale Mandanten oder Mandate. Wir haben aber auch Mandanten, die das noch sehr schätzen, auch in Papierform das ein oder andere einreichen zu können. Und ich glaube, so unterschiedlich wie die Kanzleien aufgestellt sind, so sind auch die unterschiedlichen Erwartungen der Mandanten. Da ist auch mein meine Empfehlung einfach zu gucken, was für eine Kanzlei bin ich aktuell, welche möchte ich in Zukunft sein und dementsprechend natürlich auch zu beantworten, welchen Mehrwert möchte ich meinen Mandanten bieten, was für Mandanten möchte ich anziehen, was für Angebote möchte ich schaffen, meine Mandanten auch regelmäßig zu sehen oder regelmäßig zu unterstützen. Also die Mandantenbindung wird zunehmend natürlich auch ein Thema. Wir haben natürlich auch hier einfach die Möglichkeit, mal den Mandanten zu fragen, was gefällt dir an unserer Zusammenarbeit am meisten, was schätzt du am meisten, daraufhin auch Schlüsse zu ziehen, worauf man sich in Zukunft fokussieren möchte.
Olaf Clüver: Aber wenn ich jetzt sage, es gibt Mandanten, die immer noch dankbar dafür sind, dass sie, ich sag mal, oldschool einreichen können, das wird dann ab 27 mit der E-Rechnung dann aber knapp. Also ich glaube, da sollte man dann auch als Kanzlei an der Willensbildung seiner Mandanten aktiv mitwirken, denn ansonsten läuft man schon Gefahr, dass da ab dem 1. Januar heulende Zähne knirschen herrscht. Das, ja, Entschuldigung.
Luisa Stalla: Ja, wir haben natürlich rechtliche Vorgaben, die benannt werden müssen, wo die Kanzleien auch die Mandanten natürlich aufklären dürfen, begleiten müssen. Und ich sage mal so, es ist natürlich einfacher, vielleicht auch manchmal als Kanzlei dann etwas durchbringen zu können, wenn es eine gesetzliche Entscheidung ist. Da möchte ich aber an der Stelle auch einfach mal Mut machen, weil die Frage... beomme ich auch regelmäßig. Ja, wie ist denn das jetzt, wenn mein Mandant gar nicht will? Und dann machen wir halt Ausnahmen, weil ich habe Angst davor, dass die Nachbarn, wenn ich auf dem Dorf die Kanzlei habe, dann mitbekommen und dann ist schlechte Stimmung und ich verliere meinen Ruf. Und ich habe viele Kanzleien gesprochen, die wirklich Schwierigkeiten damit haben, das zu definieren, wofür sie stehen wollen, was sie auch wollen und nicht wollen, auch in der Mandatsarbeit, und das wirklich durchzudrücken. Das heißt, da geht es einfach darum, einheitliche Prozesse zu definieren in den Kanzleien und die auch wirklich aktiv zu leben. Das heißt, muss auch ein Commitment geben innerhalb der Kanzlei erstmal, welche Antworten auch wir den Mandanten in Zukunft bei gewissen Rückfragen oder Wünschen geben.
Olaf Clüver: Also ist das Motto, standardisiert die Prozesse, nicht die Mandanten und dann kommt den ganzen Schritt vorwärts. Carole hat es schon angedeutet. sind im tiefsten Spätherbst unserer Folge angelangt. Deswegen, Luisa, vielen herzlichen Dank. Das war ganz aufschlussreich und Ich wünsche dir für dich und deine Arbeit natürlich weiterhin alles Gute und ich glaube, wir haben noch eine Menge Fragen über und die könnten wir dann ja in einer zweiten Podcast Folge irgendwann nochmal besprechen, wenn du Lust hast, nochmal wieder herzukommen. Herzlichen Dank.
Luisa Stalla: Sehr gerne, hat mich sehr gefreut.
Carola Heine: Herzlichen Dank Luisa. Diese Folge kann man auf Spotify sehen und auf allen anderen gängigen Kanälen hören. Wir freuen uns über jedes Like, über jedes Follow, über jedes Feedback und schaut doch bitte auch mal auf dem Linke den Kanal von Lexverkanzlei vorbei. Wir hören uns, wir sehen uns.
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